Kinderring Berlin e.V.

Beteiligungsmöglichkeiten in Pankow

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Auf dieser Seite finden sich ausgewählte Beispiele und Projekte aus der Arbeit des Kinder- und Jugendbüros Pankow. Die Übersicht stellt dabei nur einen Teil unserer vielfältigen Arbeit im Bereich Beteiligung, Demokratiebildung und Mitgestaltung durch junge Menschen dar.

Bei Fragen, Interesse an Zusammenarbeit, Beratung oder Vernetzung freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme.

Politische Beteiligung

Kinder- und Jugendkonferenzen sind wichtige Beteiligungsformate, bei denen junge Menschen ihre Ideen, Wünsche und Kritik zu Themen in ihrem direkten Lebensumfeld einbringen können – zum Beispiel zu Schulen, Freizeitangeboten, Verkehr, Spielplätzen oder öffentlichen Räumen im Kiez. Sie schaffen die Möglichkeit, mit Politik, Verwaltung und Einrichtungen vor Ort ins Gespräch zu kommen und gemeinsam über Veränderungen im Stadtteil zu diskutieren.

Besonders wichtig sind Kinder- und Jugendkonferenzen, weil sie Beteiligung niedrigschwellig und wohnortnah ermöglichen und so auch Kinder und Jugendliche erreichen können, die bisher wenig in politische Prozesse eingebunden sind. Gleichzeitig stärken sie selbstbestimmte Mitbestimmung, fördern demokratische Erfahrungen und machen die Perspektiven junger Menschen im Bezirk sichtbarer.

Ein Beispiel dafür war die Kinder- und Jugendkonferenz in der Bezirksregion Buch, die am 19. November 2025 stattfand. Rund 60 Kinder und Jugendliche aus Buch kamen dabei mit der Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträt*innen ins Gespräch. Im Vorfeld wurden gemeinsam Themen und Anliegen gesammelt, die anschließend in verschiedenen kreativen Formaten diskutiert und an die politischen Entscheidungsträger*innen übermittelt wurden. Im Mittelpunkt standen unter anderem Wünsche nach mehr Sicherheit und besserer Beleuchtung im öffentlichen Raum. Die Konferenz wurde vom Kinder- und Jugendbüro Pankow gemeinsam mit Fachkräften vor Ort sowie unter aktiver Beteiligung der jungen Menschen organisiert und durchgeführt.

Kinder- und Jugendsprechstunden sind offene Gesprächsangebote für junge Menschen, bei denen sie direkt mit Verantwortlichen des Bezirks sprechen können. Ziel ist es, die Meinung von Kindern und Jugendlichen in die Kommunalpolitik einzubeziehen und ihre Anliegen ernst zu nehmen. 

In solchen Sprechstunden können Kinder und Jugendliche z. B.:

  • Probleme oder Wünsche aus ihrem Alltag ansprechen (z. B. Schule, Freizeit, Verkehr)
  • Ideen für Projekte in Pankow vorstellen
  • Fragen an Politiker*innen oder Verwaltungsmitarbeitende stellen
  • sich über Beteiligungsmöglichkeiten informieren
     

In Pankow werden verschiedene Kinder- und Jugendsprechstunden angeboten, u.a. von der Bürgermeisterin und den Stadträt*innen. Sie sind für verschiedene Themen in Pankow zuständig und ansprechbar. Auch im Pankower Kinder- und Jugendhilfeausschuss gibt es eine Sprechstunde für Kinder und Jugendliche. Sie findet jeweils zu Beginn der Sitzung statt.
Wenn ihr euch für die Kinder- und Jugendsprechstunden interessiert, schreibt gern das Kinder- und Jugendbüro an oder schaut auf der Instagramseite vorbei: @mitbestimmen_in_pankow.

Der Kinder- und Jugendhilfeausschuss ist ein wichtiges politisches Gremium auf Bezirksebene in Berlin. Dort wird über zentrale Fragen der Kinder- und Jugendhilfe beraten und entschieden – zum Beispiel über Angebote der Kinder- und Jugendarbeit, Unterstützung für Familien oder die Förderung von Projekten für junge Menschen. Kinder und Jugendliche können sich auf verschiedenen Wegen in die Arbeit des Ausschusses einbringen:

  • Der Bezirksschüler*innenausschuss Pankow ist als beratendes Mitglied in den Kinder- und Jugendhilfeausschuss gewählt und somit an den Sitzungen beteiligt.
  • Seit 2025 gibt es zu Beginn jeder Ausschusssitzung eine Kinder- und Jugendsprechstunde. Kinder und Jugendliche können hier eigenständig Themen und Anliegen vortragen. Die Ausschussvorsitzende ist darüber hinaus auch aktiv und spricht mit Kinder und Jugendlichen außerhalb der Sitzungen, dort, wo sie sich aufhalten, z.B. im Jugendclub oder an einem Jugendort.
  • Über Kinder- und Jugendvertretungen können die Anliegen junger Menschen im Bezirk direkt in die Diskussion im Kinder- und Jugendhilfeausschuss getragen werden.
  • Organisationen der Jugendarbeit und andere Träger der Jugendhilfe sowie das Kinder- und Jugendbüro Pankow sind im Kinder- und Jugendhilfeausschuss vertreten. Sie können Anliegen und Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen aus ihrer Arbeit in die Beratungen einbringen.
     

Webseite des Kinder- und Jugendhilfeausschuss Pankow mit Sitzungsterminen und Mitgliedschaften:
https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/au020_r.asp?AULFDNR=7&altoption=Ausschuss 

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ist das Parlament eines Berliner Bezirks. Dort entscheiden die gewählten Bezirksverordneten über viele Themen, die den Alltag im Bezirk betreffen – zum Beispiel Schulen, Freizeitangebote, Verkehr oder Grünflächen.

Kinder und Jugendliche können sich auf verschiedene Weise einbringen:

  • Einwohner*innenfragestunde: In vielen Bezirken gibt es zu Beginn der BVV-Sitzungen eine Einwohner*innenfragestunde. Dort können auch Kinder und Jugendliche Fragen an die Bezirkspolitik stellen oder Anliegen vorbringen. 
  • Gespräche mit Bezirksverordneten: Kinder und Jugendliche können sich auch direkt an Bezirksverordnete oder Fraktionen wenden, zum Beispiel mit Ideen, Beschwerden oder Vorschlägen für ihren Bezirk.
     

Auch wenn Kinder und Jugendliche nicht selbst in die BVV gewählt werden können, haben sie verschiedene Möglichkeiten, ihre Anliegen und Ideen in die Bezirkspolitik einzubringen.

Webseite der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow:

https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung 

Der Klimarat ist ein ehrenamtliches Gremium, das die Klimaschutzmaßnahmen des Bezirks Pankow unterstützt. Er formuliert Vorschläge und Empfehlungen an das Bezirksamt und fördert entsprechende Aktivitäten der Bürger*innen in Pankow.

Unter den ca. 20 gewählten Mitgliedern sind auch Kinder und Jugendliche vertreten, die die Sichtweisen junger Menschen in diesem Gremium vertreten können.

Webseite des Klimarates Pankow: https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/klimaschutz/artikel.1104030.php 

Fraktionen sind Zusammenschlüsse von Bezirksverordneten einer Partei oder Wähler*innengemeinschaft in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). In ihren Sitzungen besprechen sie politische Themen, bereiten Anträge vor und stimmen ihre Positionen ab.

Kinder und Jugendliche können sich auf verschiedenen Wegen einbringen:

  • Einladung als Gäste:  Fraktionen können Kinder und Jugendliche, Jugendvertretungen oder Initiativen zu ihren Sitzungen einladen. Dort können junge Menschen ihre Anliegen vorstellen und mit den Bezirksverordneten ins Gespräch kommen.
  • Austausch mit Jugendvertretungen: Kinder- und Jugendparlamente oder andere Beteiligungsgremien werden manchmal gezielt zu Gesprächen mit Fraktionen eingeladen, um ihre Themen und Vorschläge einzubringen.
  • Kontakt zu einzelnen Bezirksverordneten:  Kinder und Jugendliche können sich auch direkt an Bezirksverordnete oder Fraktionen wenden – zum Beispiel mit Ideen, Fragen oder Forderungen. Diese können die Themen anschließend in die Fraktionssitzung einbringen.
  • Gespräche außerhalb der Sitzung: Fraktionen organisieren gelegentlich Gespräche, Workshops oder Treffen mit jungen Menschen, um ihre Perspektiven kennenzulernen und Themen aus der Jugendsicht zu diskutieren.
     

Kurz gesagt:
Kinder und Jugendliche nehmen in der Regel nicht regelmäßig an Fraktionssitzungen teil. Sie können aber als Gäste eingeladen werden oder ihre Anliegen über Gespräche mit Fraktionen und Bezirksverordneten einbringen.

Viele Parteien haben eigene Jugendorganisationen. Dort können sich junge Menschen mit politischen Themen beschäftigen, ihre Meinung einbringen und Politik aktiv mitgestalten.

Kinder und Jugendliche können sich auf verschiedene Weise beteiligen:

  • Mitglied werden:  Jugendorganisationen nehmen meist junge Menschen ab etwa 14 Jahren auf. Als Mitglied können sie an Treffen teilnehmen, mitdiskutieren und eigene Ideen einbringen.
  • Treffen und Veranstaltungen besuchen: Jugendorganisationen organisieren regelmäßige Treffen, Workshops, Aktionen oder politische Diskussionen. Dort können junge Menschen andere politisch Interessierte kennenlernen und sich austauschen.
  • Projekte und Aktionen planen:  Mitglieder können eigene Projekte starten – zum Beispiel Kampagnen, Veranstaltungen oder Aktionen zu Themen, die ihnen wichtig sind.
  • Positionen mitentwickeln: In Arbeitsgruppen oder bei Versammlungen diskutieren Jugendorganisationen politische Themen und entwickeln gemeinsame Positionen, die sie auch in ihre Parteien einbringen.
     

Kinder und Jugendliche können im Bezirk auf ein Anliegen aufmerksam machen, indem sie eine Petition oder Unterschriftensammlung starten. Damit können sie Politik und Verwaltung auffordern, sich mit einem bestimmten Thema zu beschäftigen.

  • Anliegen formulieren:  Zuerst wird das Thema klar beschrieben: Was soll sich im Bezirk ändern? Zum Beispiel ein neuer Treffpunkt für Jugendliche, sichere Schulwege oder der Erhalt eines Spielplatzes.
  • Unterschriften sammeln: Kinder und Jugendliche können Unterstützer*innen für ihr Anliegen suchen – zum Beispiel in der Schule, im Freundeskreis oder im Kiez. Je mehr Menschen unterschreiben, desto größer ist die Aufmerksamkeit für das Thema.
  • Petition einreichen: Die Petition kann an das Bezirksamt oder an die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) übergeben werden. Dort wird das Anliegen geprüft und häufig in einem Ausschuss oder in der BVV besprochen.
  • Unterstützung suchen: das Kinder- und Jugendbüro, Mitarbeitende im Jugendclub oder Initiativen im Bezirk können dabei helfen, eine Petition vorzubereiten und die richtige Ansprechperson in der Bezirkspolitik zu finden.
     

Offene Beteiligung

Die Jugendjury Pankow ist ein demokratie- und partizipationsförderndes Projekt, bei dem junge Menschen (zwischen 10 und 21 Jahren) niedrigschwellig Fördermittel (bis zu 1.000 €) für ihre Projektideen bekommen können. 

Mitmachen als junger Mensch:

  • Mit einer eigenen Projektidee kann man sich gemeinsam mit mindestens zwei Freund*innen bei der Jugendjury bewerben, an einer Sitzung teilnehmen und Geld für die Umsetzung erhalten.
  • Außerdem kann man Mitglied im Team der Jugendjury Pankow werden und bei der Planung und Durchführung der Runden unterstützen.
     

Mehr Infos unter: jugendjurypankow.de

Das Kinder- und Jugendbüro kooperiert mit der Jugendjury Pankow. Bei Fragen dazu kann man sich auch direkt bei uns melden. Weitere Infos zu dem Projekt findet Ihr hier.

U16- und U18-Wahlen sind mittlerweile das größte politische Bildungsprojekt Deutschlands und wurden 1996 erstmals von jungen Menschen in einem Jugendclub in Berlin-Mitte selbst ausgedacht und initiiert. Heute finden sie bundesweit kurz vor offiziellen Wahlen statt und ermöglichen Kindern und Jugendlichen unter 16 beziehungsweise unter 18 Jahren, symbolisch ihre Stimme abzugeben. Dabei orientieren sich die Wahlen am Ablauf einer „echten“ Wahl: In Wahllokalen können junge Menschen ihre Stimme geheim in Wahlkabinen abgeben und zwischen denselben Parteien wählen, die auch bei der regulären Wahl antreten.

Die U16/U18-Wahlen ermöglichen es Kindern und Jugendlichen, Demokratie praktisch kennenzulernen, sich mit politischen Themen und Parteiprogrammen auseinanderzusetzen und Erfahrungen mit demokratischen Entscheidungsprozessen zu sammeln.

Mitmachen als junger Mensch: 

  • Als Wähler*in kann die Stimme in einem Jugendclub, in der Schule oder in einem anderen Wahllokal für die U16/U18- Wahlen abgegeben werden.
  • Alternativ können gemeinsam mit Freund*innen, der Schule oder dem Jugendclub ein Wahllokal angemeldet, Informationen zu Parteien gesammelt, Aktionen geplant und bei der Auszählung geholfen werden.
     

Mehr Infos unter: www.u18.org (Bundestagswahlen) oder u18.berlin (Berlin-Wahlen)

Das Kinder- und Jugendbüro koordiniert die U16- bzw. U18-Wahlen in Pankow. Bei Fragen dazu kann man sich direkt bei uns melden. Weitere Infos zu dem Projekt findet ihr hier.

Der Bezirk Pankow ist seit 2024 als erster Berliner Bezirk Träger des Siegels “Kinderfreundliche Kommune”. Mit dem dazugehörigen Aktionsplan verfolgt der Bezirk das Ziel, Kinderrechte zu stärken und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen nachhaltig auszubauen. Gemeinsam mit Politik, Verwaltung, Fachkräften sowie jungen Menschen werden Maßnahmen entwickelt, damit Kinder und Jugendliche ihren Bezirk aktiv mitgestalten und ihre Interessen besser einbringen können.

Der Aktionsplan wurde unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen entwickelt und orientiert sich an ihren Ideen, Bedarfen und Forderungen. Für die Umsetzung finden regelmäßig Steuerungsrunden statt, an denen sich Kinder und Jugendliche beteiligen und ihre Perspektiven, Anliegen und Vorschläge direkt einbringen können.

Weitere Infos unter: https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/sozialraumorientierte-planungskoordination/infos-und-news/kinderfreundliche-kommune-1426693.php

Im Kinder- und Jugendrat lernen und erproben Kinder und Jugendliche demokratische Prinzipien. Hier können sie ihr Recht auf demokratische Mitbestimmung ausüben und lernen, wie sie ihre Ideen und Bedürfnisse in der Gruppe und gegenüber Erwachsenen vertreten.

Das geschieht in eigenen Projekten, die das Leben der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen verbessern sollen, aber auch indem die Kinder und Jugendlichen vor Politiker*innen ihrer Gemeinde oder Bezirkes treten und dort ihre Wünsche oder Sorgen teilen und sich darüber austauschen.

Der Kinder- und Jugendrat kann entweder aus gewählten Teilnehmer*innen bestehen oder offen für alle sein, die teilnehmen wollen. Meist treffen sich die Teilnehmer*innen regelmäßig und arbeiten dann in Kleingruppen an verschiedenen Projekten.

Das Kinder- und Jugendbüro kooperiert mit dem Kinder- und Jugendrat in der Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen in der Wolfgang-Heinz-Straße in Buch. Bei Fragen dazu kann man sich direkt bei uns melden. Weitere Infos zu dem Projekt Ihr hier.

Selbstorganisierte Kinder- und Jugendgruppen bieten jungen Menschen die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen, gemeinsame Interessen zu vertreten und Veranstaltungen oder Aktionen selbst zu planen. Dabei entscheiden die Jugendlichen eigenständig, welche Themen ihnen wichtig sind und wie sie sich engagieren möchten. Solche Gruppen stärken Selbstorganisation, Verantwortung und die aktive Mitgestaltung des eigenen Umfelds.

Ein Beispiel dafür in Pankow ist das Fayatak Festival. Junge Menschen organisieren das Festival selbst, bringen die lokale Szene auf die Bühne und gestalten gemeinsam ein Sommerfestival mit Musik, Workshops und Mitmachangeboten. Außerdem präsentieren verschiedene Organisationen Themen rund um Nachhaltigkeit, Klima und Umwelt und laden zum Austausch und Mitmachen ein.
Nähere Infos gibt es auf dem Instagram-Account: https://www.instagram.com/fayatak_/

Kinder- und Jugendclubs und mobile Jugend(sozial)arbeit

Kinder- und Jugendclubs sind Orte, an denen junge Menschen ihre Freizeit verbringen, sich treffen und gemeinsam aktiv werden können. Junge Menschen können sich dort auf vielfältige Weise beteiligen, zum Beispiel indem sie eigene Ideen einbringen, Angebote mitgestalten oder Projekte planen.
Mobile Jugend(sozial)arbeit findet direkt im öffentlichen Raum statt und richtet sich an junge Menschen in ihrem Alltag. Träger wie Gangway e.V. und Outreach gGmbH sprechen Jugendliche vor Ort an und unterstützen sie dabei, ihre Themen einzubringen und eigene Projekte umzusetzen.

Eine Übersicht aller Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit findet sich hier: ok-ja-pankow.de/alle

Jugendvereine und Jugendverbände sind Orte, an denen Jugendarbeit von jungen Menschen selbst organisiert und zusammen gestaltet wird. Das heißt, in Jugendverbänden vertreten Kinder und Jugendliche ihre eigenen Wünsche und Interessen und übernehmen viel ehrenamtliche Verantwortung. Sie setzen sich auch für andere ein, innerhalb des Verbandes und auch außerhalb, z.B. vor dem Erwachsenenverband.  Dabei machen viele junge Menschen erste Erfahrungen von Mitbestimmung und Mitwirkung. 

In Berlin sind viele Kinder und Jugendliche in Jugendverbänden, wie z.B. dem Landesjugendring Berlin oder dessen Mitgliedsverbänden, aktiv. Sie gestalten dort Ferienfreizeiten, Internationale Begegnungen, Gedenkstättenfahrten und bilden andere jungen Menschen zu Jugendleiter*innen (Juleica) weiter.  

Die Angebote der Jugendverbände stehen auch Kindern und Jugendlichen, die nicht Verbandsmitglieder sind, offen.

In Familienzentren und ähnlichen Einrichtungen bekommen Familien besonders mit jüngeren Kindern viele verschiedene Angebote, wie z.B. Beratung in Erziehungsfragen, Begleitung von Schwangeren oder Eltern-Kind-Gruppen. Deshalb wird ihre Arbeit auch zu den sogenannten Frühen Hilfen gezählt. Das sind Orte, wie auch Krankenhäuser oder der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, die Eltern vor und nach der Geburt ihrer Kinder unterstützen.

In Familienzentren können aber auch ältere Kinder und Jugendliche ihre Interessen einbringen: Zum Beispiel über Wunschbriefkästen, um sich neue Kurse (z.B. Gaming-Events oder Kochkurse) oder Ausflüge zu wünschen oder in Projektgruppen, die den Garten neu gestalten oder ein Sommerfest organisieren.

Eine Liste der Familienzentren in Pankow gibt es unter: https://familienportal.berlin.de/artikel/berliner-familienzentren-in-pankow

Auf einer Demonstration (Demo) organisieren sich Menschen zusammen, um ihre Meinung zu einem politischen oder sozialen Thema so laut und sichtbar wie möglich vor Politiker*innen oder anderen wichtigen Entscheidungsträger*innen zu machen. Je mehr Menschen bei einer Demonstration zusammenkommen, desto mehr Druck können sie auf die Menschen, die wichtige Entscheidungen treffen, ausüben. Das sind meistens Politiker*innen. Eine Demonstration kann schon aus sehr wenigen bis zu Millionen Teilnehmenden bestehen.

Fast immer sind es friedliche Veranstaltungen, auf denen man Ansagen durch Lautsprecher und Sprechgesänge von vielen Menschen hört und viele beschriftete Plakaten sieht, die Menschen in der Luft schwenken und auf denen sie ihre Forderungen an die Politiker*innen geschrieben haben.
Ein berühmtes Beispiel für eine friedliche Demonstration sind die Massenproteste in der DDR (Deutsche Demokratische Republik), die 1989 zum Fall der Berliner Mauer und 1990 zur ersten freien Wahl in Ostdeutschland führten. Auch die Demonstrationen von Friday for Futures gehören dazu.

Eine gewaltsame Demonstration kann hingegen durch körperliche Gewalt und Waffengewalt geprägt sein, findet jedoch in Deutschland selten statt.

In einer Stellungnahme ist es möglich, die Meinung, also den eigenen Standpunkt zu einem Thema (auch Sachverhalt genannt) schriftlich wiederzugeben. Hierbei ist es wichtig, dass andere Personen den Standpunkt nachvollziehen können.

Ein Offener Brief ist eine öffentliche Stellungnahme, die an bestimmte Personen zum Beispiel eine*n Bürgermeister*in gerichtet werden kann.

Hier findet man ein Beispiel für einen offenen Brief: https://ok-ja-pankow.de/offener-brief-der-freien-traeger-der-jugendhilfe-der-familienfoerderung-und-der-schulsozialarbeit-im-bezirk-pankow-sofortige-ruecknahme-der-kuerzungen/

Schule

Der Schüler*innenhaushalt ist ein festes Budget, über das Schüler*innen einer Schule gemeinsam und demokratisch entscheiden können. So haben sie die Möglichkeit, ihre Schule aktiv mitzugestalten – zum Beispiel durch neue Spiele, Sitzmöbel, Aufenthaltsbereiche oder einen Schulgarten.

Beim Schüler*innenhaushalt sammeln Schüler*innen Ideen, besprechen gemeinsam mit der Schule, welche Vorschläge umgesetzt werden können, und stimmen anschließend in einer Wahl darüber ab, wofür das Geld genutzt wird. Dadurch wird Demokratie im Schulalltag praktisch erlebbar und junge Menschen erfahren, wie ihre Entscheidungen konkrete Veränderungen an der Schule bewirken können.

Eine Teilnahme ist nicht einzeln möglich, sondern über die eigene Schule beziehungsweise das Projektteam der Schule.

Mitmachen als Schüler*in:

  • Auf der Projekt-Website kann geprüft werden, ob die eigene Schule bereits teilnimmt oder sich bewerben kann.
  • Schüler*innen können sich im Planungsteam des Schüler*innenhaushalts engagieren, zum Beispiel beim Sammeln von Ideen, bei der Organisation der Wahl oder bei der Öffentlichkeitsarbeit.
  • Wenn die eigene Schule noch nicht teilnimmt, können Schüler*innen die Schulleitung oder die Schüler*innenvertretung ansprechen und eine Teilnahme anregen.
     

Weitere Informationen, Kontaktdaten und teilnehmende Schulen finden sich auf der Website des Projekts: schuelerinnen-haushalt.de

Klassensprecher*innen sind das Herzstück der Schüler*innenmitwirkung in Berliner Schulen. Sie vertreten die Interessen ihrer Mitschüler*innen. Alle Schüler*innen einer Klasse können kandidieren (also sich zur Wahl aufstellen) und selbst wählen. Klassensprecher*innen leiten Klassenversammlungen, tragen Anliegen an Lehrkräfte heran, nehmen an der Gesamtschüler*innenvertretung teil und bekommen Freistellungen für ihre Gremienarbeit.

Schülersprecher*innen werden von allen Schüler*innen der Schule gewählt und leiten die Schüler*innenvertretung.  Alle Schüler*innen ab der Sekundarstufe I (meist ab Klasse 7) können teilnehmen. Die Schülersprecher*innen vertreten die Interessen der Schüler*innen, organisieren Sitzungen und sind das Bindeglied zu Lehrkräften und Eltern.

Die GSV ist ein wichtiges Gremium an jeder Sekundarschule. Sie besteht aus allen Klassensprecher*innen, Stufensprecher*innen und den Schülersprecher*innen. Sie alle wählen Mitglieder für wichtige Gremien wie die Schulkonferenz oder den Bezirksschüler*innenausschuss. Alle Schüler*innen können über ihre Klassensprecher*innen mitreden und mitgestalten.

Der Schüler*innenrat bietet Schüler*innen die Möglichkeit, sich in der Schule einzubringen. Er setzt sich aus gewählten Vertreter*innen der Klassen und Stufen zusammen, die von der Schulebene gewählt werden. Mitmachen kann jede Person, die bei den Klassenwahlen antritt. Im Schüler*innenrat werden schulische Themen besprochen und Entscheidungen getroffen, die an die Schule weitergeleitet werden.

Der BS*A ist die bezirksweite Vertretung aller Schüler*innen. Er setzt sich aus je zwei Delegierten pro weiterführender Schule zusammen. Diese Delegierten werden von der Gesamtschüler*innenvertretung ihrer jeweiligen Schule gewählt. Jedes Jahr findet eine konstituierende Sitzung statt, in der sich der BS*A Pankow neu formiert. Der Ausschuss vertritt die Interessen der Schüler*innen beim Bezirksamt und der Senatsverwaltung.
Hier gibt es Informationen zum Bezirksschüler*innenausschuss Pankow: https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/schul-und-sportamt/schule/schulgremien/bezirkssch-lerausschuss-705603.php 

In Pankow und Berlin gibt es verschiedene Schulgremien. Sie kümmern sich um die Interessen von Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern. 

Relevant für Kinder und Jugendliche (neben dem Bezirksschüler*innenausschuss (BS*A)):

  • Bezirksschulbeirat (BSB)
    • So wie den BS*A gibt es auch Gremien für Lehrer*innen (BL*A) und Eltern (BEA). Aus diesen drei Gremien werden Vertreter*innen gewählt, die dann zusammen im BSB sitzen und das Bezirksamt in wichtigen Schulangelegenheiten beraten. Pro Bezirk entsendet der BS*A in der Regel 12 Mitglieder sowie Stellvertretende in den Beirat, um Schulthemen auf Bezirksebene zu behandeln.
  • Landesschüler*innenausschuss (LS*A)
    • Der LS*A ist die berlinweite Vertretung der Schüler*innen. Hier kommen Vertreter*innen aus den einzelnen Bezirken zusammen, um schulpolitische Themen auf Landesebene zu diskutieren und die Interessen von Schüler*innen in ganz Berlin zu vertreten.
  • Landesschulbeirat (LSB)
    • Der BS*A, BL*A und BEA jedes Bezirkes wählen eine Vertretung, die gemeinsam mit Vertreter*innen aus verschiedenen Bildungsträgern die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) beraten. Gleichzeitig bietet das Gremium Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Gespräche zu Bildungs- und Jugendthemen.

 

Eine Übersicht über die verschiedenen Schulgremien in Pankow gibt es hier: https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/schul-und-sportamt/schule/schulgremien/  

Stadtplanung

Kinder und Jugendliche haben das Recht, in allen sie betreffenden Angelegenheiten und Themen mitzubestimmen (UN-Kinderrechtskonvention). Dies betrifft auch die Planung des öffentlichen Raumes. Auch im Baugesetzbuch ist die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen vorgeschrieben.

Somit werden Kinder und Jugendliche auch in Pankow vom Straßen- und Grünflächenamt oder dem Stadtentwicklungsamt beteiligt. Häufig geschieht dies bei der Planung von neuen Spielplätzen, Jugendorten, öffentlichen Plätzen oder Straßen und Fahrradwegen.

In Pankow setzen wir uns für die Stärkung und den Ausbau von Jugendorten ein.

Laut unserem Verständnis sind Jugendorte Orte im öffentlichen Raum, an denen sich junge Menschen zwischen etwa 14 und 21 Jahren aufhalten. Die Orte sind unter Beteiligung oder Selbstaneignung junger Menschen erschlossen und erkundet. Um eine zielgruppengerechte und bedarfsorientierte Planung zu gewährleisten, ist es Aufgabe von Verwaltung und Politik, eine Beteiligung bei Verfahren und Maßnahmen durchzuführen. Jugendorte im öffentlichen Raum sind keine pädagogisch betreuten Plätze und auch keine Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen.

Jugendorte sollen frei zugänglich und kostenfrei sowie ausschließlich für Freizeitbetätigungen sein. 

Sie zeichnen sich durch eine attraktive Gestaltung und zielgruppengerechte Planung aus.

2023 haben Mitarbeitende von Outreach gGmbH und Gangway e.V. junge Menschen befragt, wie sie sich Orte im öffentlichen Raum wünschen. Die Befragung wurde berlinweit durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung sind hier zu finden: https://outreach.berlin/wp-content/uploads/sites/5/2024/03/Broschuere_Jugendorte.2023.pdf

Folgende (Ausstattungs-)Merkmale kennzeichnen danach idealerweise Jugendorte:

  • möglichst nicht in der Nähe eines Spielplatzes oder Wohngebietes
  • überdachte Sitzflächen
  • Müllentsorgungsmöglichkeiten
  • wind- und wettergeschützt
  • gute Erreichbarkeit (auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln)
  • Lichtquellen
  • Toiletten
  • Trinkwasser
  • WLan
  • Beschilderung „Jugendort“

Wenn Spielplätze neu gebaut oder Spielgeräte ausgetauscht werden, gibt es vorher Workshops für Kinder und Jugendliche. Dort können sie ihre Wünsche für den Spielplatz mitteilen. Diese Workshops werden entweder vom Straßen- und Grünflächenamt organisiert oder vom Kinder- und Jugendbüro durchgeführt. Das Kinder- und Jugendbüro fragt die jungen Menschen, sammelt die Ergebnisse und gibt sie dann an das Straßen- und Grünflächenamt weiter. Das Straßen- und Grünflächenamt versucht dann, den Spielplatz nach den Wünschen der jungen Menschen zu bauen.

Einige Schulhöfe werden nach der Schule geöffnet, damit Kinder und Jugendliche (und auch Erwachsene) sie in der Freizeit nutzen können. Wir möchten, dass noch mehr Schulhöfe geöffnet werden. Dabei sollen Kinder und Jugendliche mitbestimmen, wie sie die Schulhöfe nutzen wollen. So entsteht Platz im öffentlichen Raum für Kinder und Jugendliche.

Logo vom Kinder- und Jugendbüro, Mitbestimmen in Pankow

Termine

2026-06-12

12. Juni 2026, 15 bis 18 Uhr